Presse

18. Nov. 2009

ALLGEMEINE ZEITUNG: Wofür steht das "S" im Lispeln?

COMEDY Johannes Flöck präsentiert "ganz spezielle" Einsichten über Sprachfehler und andere Strapazen
"Wer kam eigentlich auf die großartige Idee, in das Wort lispeln ein S einzufügen?" Eine berechtigte Frage für Johannes Flöck, der sich mit diesem Sprachfehler schon seit Kindertagen herumschlagen muss. "Früher habe ich auch noch gespuckt", verrät der Stand-up-Comedian. Jetzt passiere das nur noch gelegentlich, beruhigt er die potentiellen Adressaten in der ersten Reihe. Der Ursache des Lispelns sei er sogar mit professioneller Hilfe auf den Grund gegangen. "Ich dachte immer, ich lispele, weil ich als Kind mal einen Kettenbrief nicht beantwortet habe."


Doch die Ursachen liegen noch tiefer, wie ihm seine Logopädin offenbart: Er leidet an einer Schluckstörung. Von der allerdings will Flöck noch gar nichts bemerkt haben; beim Konsum alkoholischer Getränke jedenfalls habe er nie Probleme gehabt. "Klar, Alkohol löst keine Probleme", weiß der 41-Jährige, "aber ich habe festgestellt, Milch auch nicht". Und Probleme hat Johannes Flöck offenbar jede Menge, wie er in seinem Programm "Früher war ich jünger" nicht aufhört zu betonen: das Lispeln, die Schluckstörung, seine Herkunft aus Koblenz - wo die Menschen "etwas eigenartig" sind.

Doch Johannes Flöck, regelmäßiger Gast in Comedy-Shows wie "NightWash" oder "Quatsch Comedy Club", hat aus seinen Handicaps das Beste gemacht. Mit jungenhaftem Charme, verschmitztem Blick und komödiantischen Eskapaden hat er das Publikum schnell für sich eingenommen. Ingelheim, das sehe man gleich, sei "ganz speziell". So speziell, dass er auch intime Details preisgeben könne. Also plaudert er ungehemmt aus dem tiefenpsychologischen Nähkästchen. Auf den Tisch kommt all das, was ihn seit seiner Kindheit nachhaltig geprägt hat: die Ausflüge mit dem Opa, der mit Hingabe LSD konsumiert, die frühe Traumatisierung durch den Musikantenstadel oder der Terror durch die inflationäre Verbreitung von Karaoke-Partys.

Und dann noch das Alter. Den 40. Geburtstag hat der in Köln lebende Metzgersohn inzwischen ja hinter sich - "der Zeitpunkt, von dem an Happy und Birthday getrennte Wege gehen". Ein wahres Trauerspiel seien die Geschenke: zum Beispiel ein Gutschein für die Kosmetikerin. Mit welchen Strapazen die Inanspruchnahme verbunden ist, führt Flöck dem Publikum sehr anschaulich vor Augen. Dass sich die Anti-Stress-Maske nach dem Auftragen "wie Batteriesäure" anfühlt, führt dazu, dass er hinterher "wie eine zerschossene Tüte Chips" aussieht.
Szenenapplaus gibt es für seine ebenso unverhoffte wie aufreizende Stripper-Darbietung bei einem Junggesellinnenabschied oder seinen eher ungelenken Versuch, beim Wort-zum-Sonntag-Casting eine gute Figur zu machen.

Das Casting in Ingelheim jedenfalls hat Flöck, der auf Einladung der "Förderer der Kleinkunst" in der Aula des Sebastian-Münster-Gymnasiums gastierte, mit Bravour absolviert.
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