Presse

22. Mar. 2010

SÜDKURIER: Puristischer Spaßmacher

Ein lispelnder Comedian zum Abschluss des Kabarettwinters: Johannes Flöck überzeugt mit Charme und Sprachwitz
,,Wollen wir uns duzen?", fragt Johannes Flöck mit jungenhaftem Charme sein Publikum. Und wer könnte dazu schon Nein sagen? Mit seinem Programm ,,Früher war ich jünger", spielt sich der Stand-Up-Comedian schnell in die Herzen seines Publikums. Der Koblenzer Metzgersohn mit Wahlheimat Köln bestreitet sein Programm mit wahrem Purismus. Keine Verkleidung, keine Requisiten - nichts was von seinem Wortwitz ablenkt. Seine Pointen unterstreicht er mit überzeugender Mimik. Seine Gestik ist stets passend und nie übertrieben. Selbst seine nicht jugendfreien Gags entbehren jeglicher Obszönität.


Er überrascht als genialer Rapper mit witzigen Tanzeinlagen. Wenn er aus seinem Leben erzählt, will man ihm glauben, dass seine Geschichte authentisch ist. Gleich zu Anfang seines Programms erklärt er seinen sympathischen Sprachfehler - das Lispeln. ,,Früher habe ich dabei auch noch gespuckt", bemerkt er. Wegen des Lispelns habe er immer nur Freundinnen ohne ein ,,s" im Namen gehabt. ,,Waltraud, Mechthild, Walburga - und der Name war an ihnen noch das Schönste", spottet er weiter.

Sein Themenspektrum ist groß. Junggesellenabschiede, die oft für den zukünftigen Bräutigam über der Toilettenschüssel enden, werden genauso unter die Lupe genommen, wie generelle Mann-Frau-Konflikte. Dabei kommt der Comedian zu der Feststellung: ,,Frauen arbeiten viel mehr mit der Fantasie - sonst würden sie uns nicht heiraten." Zum Thema Karaoke hat Johannes Flöck eine ganz klare Meinung: ,,Karaoke ist nur in Japan schön. Weil: weit, weit weg!" Den schmalen Grat, auf dem er sich beim Thema Religion befindet, bezwingt er ohne jegliche Blasphemie. Wenn er über den Besuch einer Wellness-Oase philosophiert und das Solarium als ,,Osram-Strand" bezeichnet, ist schon allein diese Wortneuschöpfung ein Schenkelklopfer.

Johannes Flöck wirkt manchmal liebenswert linkisch, albern und absurd. Dass seine sympathische Bühnenpräsenz nicht nur gespielt ist, zeigt sich vor allem nach der Show, wenn man ihm beim Schreiben von Autogrammen und beim Plaudern mit den Fans beobachtet. Bleibt zu hoffen, dass er beim Radolfzeller Kabarettwinter wieder dabei sein wird.
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